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aktualisiert am: 15.11.2017

 

  Intern

Bewährtes erhalten, Neues gestalten

Das Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen der Ärztekammer Niedersachsen stellt sich vor


 

Die Qualität der Gesundheitsversorgung durch verschiedene Instrumente und Managementansätze verbessern - diesem Ziel fühlt sich das Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen (ZQ) der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) seit über 20 Jahren verpflichtet. In enger Zusammenarbeit mit dem Ausschuss für "Qualität und Management" der ÄKN und unter der Leitung von Dr. phil. Brigitte Sens entstand über die Jahre ein umfangreiches Portfolio von qualitätsverbessernden Projekten, themenspezifischen Veranstaltungen sowie ein umfassendes Kursprogramm. Derzeit arbeiten 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit höchstem Einsatz im ZQ. Die vielfältigen Qualifikationen im Team führen zu großen Synergieeffekten und tragen entscheidend dazu bei, dass im ZQ ein breites Themenspektrum erfolgreich bearbeitet werden kann. Mit der übergabe des Staffelstabs beziehungsweise der Leitung des ZQ an mich, Dr. rer. pol. Martin Frank, möchte ich Ihnen die Themen und Arbeitsschwerpunkte des ZQ gerne näherbringen.


Kurse, Seminare und Veranstaltungen


Das ZQ organisiert über das Jahr verteilt Kurse, Seminare und Veranstaltungen für Ärzte zu qualitätsrelevanten Themen. Der Kurs "Ärztliches Qualitätsmanagement" zum Beispiel, der sich in drei Stufen gliedert und bereits seit 20 Jahren ein fester Bestandteil des Kursangebots ist, soll die Mitglieder der ÄKN befähigen, die Zusatzbezeichnung "Ärztliches Qualitätsmanagement" zu erlangen. Eine Hilfestellung in der ärztlichen Berufsausübung sollen beispielsweise Fehlermanage­mentseminare oder der Kompaktkurs "Patientensicherheit und Risikomanagement" geben. Ab dem Jahr 2018 wird das ZQ auch eine Fortbildungsreihe zum Thema "Führung in der Medizin" anbieten. Eine Weiterentwicklung des Kursprogramms im Hinblick auf die Bedürfnisse der niedersächsischen Ärzteschaft ist das wesentliche Ziel.

Die Veranstaltungsreihen "ZQ-Foren" bieten darüber hinaus Vorträge und Diskussionen zu aktuellen Themen. Besonders erwähnen möchte ich eine Veranstaltung des Ausschusses für Krankenhausangelegenheiten der ÄKN zum Thema "Strukturwandel im Krankenhaus", die für den 9. März 2018 geplant ist. Weitere Kurse und aktuelle Veranstaltungen finden Sie stets auf den Internetseiten des ZQ unter http://www.aekn.de/zq/veranstaltungen/.

Themen und Arbeitsinhalte


Seit dem Jahr 1993 ist das Thema Qualitätssicherung in der ÄKN fest mit der Niedersächsischen Peri- und Neonatalerhebung verankert und Ausgangspunkt für die Entstehung des ZQ. Die Perinatalerhebung ist eines der ältesten landesweit und flächendeckend durchgeführten Verfahren zur Verbesserung der Versorgungsqualität in der Geburtshilfe und Neonatologie. Neben den seit dem Jahr 2001 gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätssicherungsverfahren Geburtshilfe und Neonatologie (ab dem Jahr 2010) werden immer wieder neue Vorhaben zum Zwecke der Qualitätsentwicklung in Niedersachsen initiiert. Das Resultat sind qualitätsverbessernde Projekte, Schulungsangebote und Trainingskonzepte für die niedersächsische Ärzteschaft. Dazu zählen unterschiedliche Peer Review-Verfahren, Qualitätswerkstätten und vieles mehr. Aktuell wird unter anderem eine Onlinebefragung zur ärztlichen Praxis in der Durchführung von Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen (MMK) in den niedersächsischen Krankenhäusern durchgeführt. Hierdurch soll eine unterstützende Handreichung für die Ärzte bei der Durchführung von MMK entstehen.

Das Tätigkeitsspektrum des ZQ hat sich stets erweitert. Neben der Durchführung von Qualitätssicherungsverfahren hat das ZQ eine hohe Reputation für das Themenfeld "Qualitätsmanagement" inne. Bereits im Jahr 2011 ist durch die ÄKN ein Arbeitskreis konstituiert worden, der den Vorstand der ÄKN zu Fragen der Patientensicherheit berät. In der Folge wurde ein weiterer Arbeitsschwerpunkt "Patienten­sicherheit" im ZQ aufgebaut. Die Beratung der Mitglieder der ÄKN zu allen qualitätsbezogenen und patientensicherheitsrelevanten Fragestellungen ist daher eine wesentliche Aufgabe.

Im Zuge einer stärker werdenden Rolle der ÄKN in der Gestaltung der niedersächsischen Gesundheitsversorgung nimmt das ZQ seit dem Jahr 2016 Aufgaben der Versorgungsplanung wahr. Wesentliche Arbeitsschwerpunkte sind die Vor- und Nachbereitung sowie Teilnahme an den Beratungen des niedersächsischen Landeskrankenhausplanungsausschusses, in dem die ÄKN als beratendes Mitglied tätig ist. Mithilfe von Versorgungsstrukturanalysen können aktuelle gesundheitspolitische sowie versorgungsrelevante Sachverhalte analysiert und Handlungsempfehlungen entwickelt werden. Auch die methodisch-konzeptionelle Entwicklung und Begleitung von Projekten, beispielsweise in den niedersächsischen Gesundheitsregionen, gehört zu den wesentlichen Themen. Weitere Aufgaben sind unter anderem die inhaltliche Beratung der Ausschüsse für "Sektorenübergreifende Versorgung" sowie für "Krankenhausangelegenheiten" der ÄKN, zum Beispiel bei der Erarbeitung von Stellungnahmen für aktuelle Gesetzgebungsverfahren.

Verfasser/in:
Dr. rer. pol. Martin Frank
Leiter des ZQ




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Abschied von der Ärztekammer Niedersachsen: Sens geht nach Berlin


Zum 31. Mai 2017 hat Dr. phil. Brigitte Sens die Ärztekammer Niedersachsen verlassen und ist als Senior-Referentin für Qualitätsmanagement zur Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nach Berlin gewechselt. Sie war insgesamt 28 Jahre für das Thema "Qualität" in der ÄKN zuständig, seit sie 1989 als wissenschaftliche Mitarbeiterin die Leitung der "Perinatologischen Arbeitsgemeinschaft Niedersachsen" übernahm, die 1993 der Ärztekammer Niedersachsen eingegliedert wurde. Aus dieser "Keimzelle" der klassischen Qualitätssicherungsverfahren in der Geburtshilfe und Neonatologie wurde 1996 das "Zentrum für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen" (ZQ) gegründet, das Sens überaus erfolgreich und mit innovativen Konzepten aufgebaut und viele Jahre geleitet hat.

Dr. Martin Frank stellt sich vor


Das ZQ behandelt ein sehr breites und vielfältiges Spektrum an Themen, weshalb ich mich umso mehr freue, die Leitung dieses spannenden Zentrums übernehmen zu dürfen. Mein Name ist Martin Frank und ich komme aus Sittensen, einem ländlich geprägten Ort zwischen Hamburg und Bremen. Nachdem ich meinen Zivildienst im Rettungsdienst ableistete, studierte ich in Hannover Wirtschaftswissenschaften mit einem Schwerpunkt auf Gesundheitsökonomie. Im Anschluss arbeitete ich sieben Jahre am Center for Health Economics Research Hannover, einem vom Bundesforschungsministerium geförderten gesundheitsökonomischen Forschungszentrum in der Trägerschaft der Leibniz Universität und der Medizinischen Hochschule Hannover. Dort leitete ich ein Nachwuchsforscherteam zum Themengebiet "Individualisierung der Medizin". Insbesondere die Versorgung von Menschen mit seltenen Erkrankungen lag und liegt mir hierbei sehr am Herzen, sodass ich diesbezüglich in einigen Projekten des Bundesministeriums für Gesundheit beteiligt war. Seit Februar 2016 bin ich in der ÄKN für den Bereich der Versorgungsplanung und die stellvertretende Leitung des ZQ zuständig, dessen Leitung ich nun, nach dem Wechsel von Brigitte Sens nach Berlin, übernommen habe. Neben meiner Arbeit in der ÄKN liegt mir die Lehre und Wissensvermittlung weiterhin sehr am Herzen, weshalb ich nebenberufliche Lehraufträge an der Universität Bielefeld und der Fachhochschule Magdeburg-Stendal innehabe.

Ich freue mich darauf, in den nächsten Jahren gemeinsam mit Ihnen, der niedersächsischen Ärzteschaft, an der Gestaltung der niedersächsischen Gesundheitsversorgung mitzuwirken. Hierzu gehört unter anderem die Initiierung von qualitätsverbessernden Projekten sowie die Schaffung weiterer Kurs- und Schulungsangebote zu aktuellen qualitäts- und patientensicherheitsrelevanten Themen. Da Niedersachsen ein Flächenland ist und die Wege mitunter weit sind, möchte ich entsprechende Angebote zukünftig auch deutlich stärker regional anbieten - zum Beispiel in den unterschiedlichen ÄKN-Bezirksstellen. Viele Themen des ZQ, beispielsweise die niedersächsische Landeskrankenhausplanung, haben zudem einen gesundheitspolitischen Fokus. Nicht nur deshalb ist die enge Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Gremien der ÄKN, aber auch der Bundesärztekammer (BÄK) von entscheidender Bedeutung. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit!


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