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aktualisiert am: 16.10.2017

 

  Honorar & Verträge

Keine Vorfahrt für Versicherte

Grundsätzliches zur Verordnung von planbaren genehmigungspflichtigen Krankenfahrten


 


Krankenfahren zur ambulanten Behandlung können bei zwingender medizinischer Notwendigkeit in besonderen Ausnahmefällen verordnet werden. Sie bedürfen allerdings der vorherigen Genehmigung durch die Krankenkasse. Zu diesen Fahrten zählen:

- Fahrten zur Dialysebehandlung,
- Fahrten zur onkologischen Strahlentherapie,
- Fahrten zur parenteralen antineoplastischen Arzneimitteltherapie/ parenteralen onkologischen Chemotherapie.

Daneben kann die Fahrt zur ambulanten Behandlung für Versicherte, die dauerhaft in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen "aG", "Bl" oder "H" vorlegen, verordnet werden.

Eine Verordnung ist ebenfalls für Versicherte möglich, die in den Pflegegraden 3, 4 oder 5 eingestuft sind. Bei der Einstufung in den Pflegegrad 3 muss für die Versicherten wegen dauerhafter Beeinträchtigung ihrer Mobilität eine Beförderung zwingend erforderlich sein.

Darüber hinaus genehmigen Krankenkassen Fahrten zur ambulanten Behandlung für Versicherte, die keine entsprechende Eintragung im Schwerbehindertenausweis bzw. den erforderlichen Pflegegrad besitzen, wenn die Patienten von einer vergleichbaren Beeinträchtigung der Mobilität betroffen sind und einer ambulanten Behandlung über einen längeren Zeitraum bedürfen

Sind die genannten Fahrten zur ambulanten Behandlung im Voraus planbar, sollten einige Punkte beachtet werden, damit die Genehmigung durch die Krankenkassen problemlos klappt:

1. Bei der Ausstellung der Verordnung sollten Sie die Patienten darüber informieren, dass sie sich die Verordnung vor Fahrtantritt von ihrer Krankenkasse genehmigen lassen müssen.

2. Die Verordnung ist von Ihnen vor der Beförderung auszustellen, damit die Patienten sich die Genehmigung auch vor Fahrantritt bei ihrer Krankenkasse einholen können. Bitte bedenken Sie, dass Krankenkassen die Kostenübernahme für nachträglich eingereichte Verordnungen ablehnen können.

3. Genehmigungspflichtige Verordnungen sind der Krankenkasse frühzeitig vorzulegen. Verordnungen für planbare Fahrten sollten daher so zeitig ausgestellt werden, dass dem Patienten noch ausreichend Zeit bleibt, sich bei seiner Krankenkasse die Genehmigung einzuholen.

4. Ebenso sollten Sie die Patienten über ihre Zuzahlungspflicht informieren. Die Zuzahlung beträgt derzeit zehn Prozent der Fahrtkosten, mindestens jedoch fünf Euro und höchstens zehn Euro.

Verfasser/in:

KVN




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