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aktualisiert am: 15.09.2017

 

  Praxis & Versorgung

Der Arzt geht auf Sendung

Erste Anbieter für Videosprechstunde zertifiziert


 


Die ersten vier Anbieter für die Videosprechstunde sind zertifiziert worden. Auf die Vergütung hatten sich KBV und GKV-Spitzenverband bereits Anfang des Jahres geeinigt. Die Abrechnung einer Online-Videosprechstunde wäre bereits ab April möglich gewesen. Doch es fehlte bislang ein Anbieter, der die technischen Anforderungen erfüllt. Das hat sich jetzt geändert.

Bei den zertifizieren Videodienstanbietern handelt es sich um die Firmen

1. La-Well Systems GmbH mit dem Produkt elVl - elektronische Visite,
2. um die Firma Patientus GmbH mit dem Produkt Patientus Online Videosprechstunde,
3. DeinWeb AG mit dem Produkt http://www.ärztecam.de,
4. XPERTyme GmbH mit dem Produkt http://www.xpertyme.com und
http://www.medityme.com.

Eine jeweils aktuelle Liste der Diensteanbieter findet sich auf der Internetseite der KBV unter http://www.kbv.de/html/videosprechstunde.php. Zudem gibt die Themenseite einen überblick über technische und fachliche Anforderungen sowie über die neuen Gebührenordnungspositionen.

Für die Genehmigung zur Durchführung von Videosprechstunden sind die Geschäftsbereiche Vertragsärztliche Versorgung der KVN-Bezirksstellen zuständig. Die Genehmigung ist von der Erfüllung verschiedener Voraussetzungen abhängig.

Da aktuell noch kein Antragsvordruck zur Verfügung steht, kann die Genehmigung zur Durchführung von Videosprechstunden dort formlos beantragt werden. Hierzu sind folgende Unterlagen einzureichen:

1. eine Bescheinigung des Videodienstanbieters, dass der Antragsteller sich für den Videodienst dort hat registrieren lassen,
2. eine Erklärung des Antragstellers, dass er über folgende apparative Ausstattung verfügt:
- Kamera
- Bildschirm (Monitor, Display etc.) mit einer Bildschirmdiagonale von mindestens 3 Zoll und einer Auflösung von mindestens 640 x 480 px
- Bandbreite von mindestens 2.000 kbit/s im Download
- Mikrophon und Tonwiedergabeeinheit.

Für die Genehmigung kommen fast alle Haus- und Fachärzte in Betracht. Es handelt sich dabei um: Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte, Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, Hals-Nasen-Ohrenärzte, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, Neurologen, Nervenärzte, Neurochirurgen, Orthopäden, Gynäkologen, Dermatologen, Fachärzte für Innere Medizin, Psychiater, Urologen, Phoniater und Pädaudiologen, Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin.

Anforderungen an Videodienstleister


Videodienstanbieter müssen über entsprechende Sicherheitsnachweise verfügen. So muss die Videosprechstunde während der gesamten übertragung nach dem Stand der Technik Ende-zu-Ende verschlüsselt sein. Ferner ist festgelegt, dass die apparative Ausstattung der Praxis und die elektronische Datenübertragung eine angemessene Kommunikation mit dem Patienten gewährleisten muss.

Videosprechstunde zur Verlaufskontrolle


Videosprechstunden sind ausschließlich zur Verlaufskontrolle bestimmter Krankheitsbilder erlaubt. Das heißt, dass der Patient wegen der Erkrankung, aufgrund derer er den Arzt per Video konsultiert, bereits in der regulären Sprechstunde gewesen sein muss. Zu den Krankheitsbildern zählen die visuelle Verlaufskontrolle von Operationswunden, Bewegungseinschränkungen und
-störungen des Stütz- und Bewegungsapparates sowie die Kontrolle von Dermatosen, einschließlich der diesbezüglichen Beratung. Eine Erweiterung des Leistungsspektrums ist jedoch vorgesehen.

Verfasser/in:

KVN




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