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aktualisiert am: 15.09.2017

 

  Patientensicherheit

Wie sieht eine optimale M&M-Konferenz aus?

Ärztekammer Niedersachsen startet Initiative für Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen in Niedersachsen


 

Wer kennt das nicht - Behandlungsverläufe, für die es keine Erklärung gibt, unerwartete Todesfälle, Komplikationen und die anschließende Frage: "Wie konnte das passieren?" oder "Wer war das?".

Die amerikanische TV-Serie "Monday Mornings" zelebriert die montägliche interdisziplinäre Morbiditäts- und Mortalitätskonferenz (MMK), in der solche Fragen geklärt werden sollen, im Setting eines Strafverhörs im Chelsea General Hospital in Portland. Nach persönlichen Schuldzuweisungen folgt hier oft die unverzügliche Entlassung der Beteiligten. Im Gegensatz hierzu sollten MMKs als "goldene Stunde der ärztlichen Ausbildung" [1] verstanden werden, da hierdurch Möglichkeiten zur intensiven und qualifizierten Diskussion innerhalb des professionellen therapeutischen Teams ermöglicht werden. MMKs stellen die beste Möglichkeit dar, Fehler, unsichere Handlungen und Systemfaktoren herauszuarbeiten, von ihnen zu lernen und den offenen Umgang mit ihnen zu etablieren [1]. Vor diesem Hintergrund hat die Bundesärztekammer 2016 einen Methodischen Leitfaden zu MMKs erarbeitet. Dieser macht deutlich, dass es sich bei den MMKs um ein anspruchsvolles Instrument des Risikomanagements sowie der Aus-, Fort- und Weiterbildung handelt, das sowohl organisationales wie auch individuelles Lernen ermöglicht [2].

Eine landesweite Befragung des Instituts für Patienten­sicherheit (IfPS) zum Einführungsstand des klinischen Risikomanagements zeigt, dass nur bei einem geringen Teil der teilnehmenden Krankenhäuser MMKs bisher systematisch durchgeführt werden [3].

Verfasser/in:
Dr. med. Anouk Siggelkow





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Literatur

[1] Gordon L. A. (1994): Gordon`s Guide to the Surgical Morbidity and Mortality Conference. Hanley & Belfus Inc.
[2] Bundesärztekammer (2016): Methodischer Leitfaden Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen (M & MK). Abrufbar unter: http://www.bundesaerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/news-detail/baek-veroeffentlicht-leitfaden-fuer-morbiditaets-und-mortalitaetskonferenzen/ (zuletzt abgerufen: 14.08.2017).
[3] Manser, T., Frings, J., Heuser, G., Mc Dermott, F. (2016): The German clinical risk management survey for hospitals: Implementation levels and areas for improvement in 2015. Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen (114), S. 28-38.


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