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nä 07/2017
aktualisiert am: 15.07.2017

 

  Selbstverwaltung

Braunschweig : Einheitliche Anlaufstelle für augenärztlichen Bereitschaftsdienst


 


Die Neustrukturierung des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes in Braunschweig schreitet weiter voran. Zum 1. Juli 2017 wurde die augenärztliche Bereitschaftsdienstpraxis von ihrem bisherigen Standort an der Augenklinik Dr. Hoffmann in die Räumlichkeiten des Städtischen Klinikums Baunschweig am Standort Salzdahlumer Straße verlegt. Der Umzug soll Synergieeffekte zwischen Bereitschaftsdienst und ambulanter Notaufnahme im Krankenhaus nutzen. Von der engeren Verzahnung beider Bereiche profitieren aber vor allem die Patienten.

Die Verzweigung an zwei Standorte hat in der Vergangenheit immer wieder zu redundanten Abläufen bei der Patienternversorgung geführt, erläuterte Dr. Thorsten Kleinschmidt, Vorsitzender des KVN-Bezirksausschusses Braunschweig. Denn oft wenden sich Patienten mit Augenproblemen direkt an die Notaufnahme im Städtischen Krankenhaus. Hier kann eine augenmedizinische Behandlung aber nur in der Augenklinik erfolgen. Weil dafür eine Einweisung eines niedergelassenen Augenarztes erforderlich ist, wurden immer wieder Patienten vom Klinikum in die augenärztliche Bereitschaftspraxis in der Wolfenbütteler Straße gefahren. Nach abermaliger Wartezeit dort erhielten die Patienten im Bedarfsfall eine Einweisung, mit der sie dann ins Klinikum zurückgefahren wurden. Ein vorschriftsmäßiges Verfahren, das bei vielen Patienten aber auf Unverständnis stieß.

Künftig wird sich das alles an einer Anlaufstelle abspielen. "Dabei geht es um intelligente Patientensteuerung", umreißt Kleinschmidt das neue Konzept. Neu eintreffende Notfall-Patienten mit Augenproblemen werden zunächst auf die Dringlichkeit ihres Anliegens hin untersucht und dann dorthin weitergeleitet, wo sie hingehören - in die stationäre Aufnahme oder zum ambulanten Bereitschaftsdienst. Ist der augenärztliche Bereitschaftsdienst nicht besetzt, übernimmt der allgemeine Bereitschaftsdienst. "Auch die Kollegen dort sind durchaus in der Lage, zu entscheiden, ob der Patient vorläufig ambulant versorgt werden kann oder ob er in die Augenklinik muss."

In der Klinik hofft man darauf, dass durch dieses Verfahren die Klinikärzte, die sich nachts und an den Wochenenden in Rufbereitschaft befinden, weniger häufig zur Unzeit ins Krankenhaus geholt werden müssen. Denn nach einem solchen Einsatz stehen sie aufgrund der Arbeitszeitverordnung anschließend nicht zu ihren regulären Dienstzeiten zur Verfügung. Dr. Thomas Bartkiewicz, Ärztlicher Direktor des Klinikums Braunschweig, rechnet die Kosten für diese Ausfälle auf mehrere hunderttausend Euro im Jahr hoch. Hier wären Einsparungen möglich.

An der augenärztlichen Notfallversorgung in der Region Braunschweig nehmen derzeit 82 Augenärzte teil. Sie versorgen im Schnitt 7.000 Patienten jährlich im Bereitschaftsdienst. Zum Vergleich: Rund 492.000 Patienten jährlich werden während der regulären Praxisöffnungszeiten behandelt.

Verfasser/in:

KVN




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