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nä 07/2017
aktualisiert am: 15.07.2017

 

  Kammerversammlung

„Bemerkenswert zukunftsweisende Beschlüsse“

Rückblick auf den 120. Deutschen Ärztetag in Freiburg


 

Die Beratungen auf dem diesjährigen Deutschen Ärztetag (DÄT) in Freiburg waren ausgesprochen konstruktiv und resultierten in bemerkenswert zukunftsweisenden Beschlüssen! - so eröffnete Präsidentin Dr. med. Martina Wenker die Kammerversammlung am 14. Juni 2017. In Ihrem traditionellen Bericht zur Lage gab sie einen kurzen Rückblick auf die in Freiburg besprochenen Themen.

Ein Schwerpunkt lag auf der Digitalisierung im Gesundheitswesen. "Anders als noch vor vielen Jahren hat sich der DÄT in Freiburg in vielen Entschließungen mit großer Mehrheit für eine aktive Mitgestaltung bei der Einführung und Nutzung digitaler Technologien im Gesundheitswesen ausgesprochen", berichtete Dr. Wenker. Die Delegierten hätten intensiv über das gesamte Spektrum digitaler Technologien im Gesundheitsbereich diskutiert - wie Telemedizin, Gesundheits-Apps und Big-Data - und ihre Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung. "Die rege Beteiligung auf dem DÄT verdeutlicht, dass die Ärzteschaft die Digitalisierung im Gesundheitswesen aktiv mitgestalten und unter sicheren und patientenorientierten Rahmenbedingen voranbringen will", betonte die Kammerpräsidentin.

Ein weiteres Thema war die Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung (MWBO). Der DÄT habe mit einem einstimmigen Votum den Sachstandsbericht zur Kenntnis genommen und unterstützt den Prozess der kompetenzorientierten MWBO. "Damit stimmten die Delegierten auch den Strukturen der Weiterbildungsgänge im Abschnitt B der WBO zu, in dem die Facharzt- und Schwerpunktbezeichnungen enthalten sind", erklärte Dr. Wenker.

Intensiv diskutiert wurde auch das neue Berufsbild des "Physician Assistant", so die Präsidentin. Es bestand Einigkeit darin, dass der Arztassistent ausschließlich als eine akademische Weiterbildung konzipiert und nach Vorgaben eines Konzepts von Bundesärztekammer (BÄK) und Kassenärztlicher Bundesvereinigung gelehrt werden dürfe. "Der Beruf des ´Physician Assistant´ ist arztentlastend und arztunterstützend, aber niemals arztersetzend!" stellte Dr. Wenker klar und erntete dafür lautstarken Applaus seitens der Kammerversammlungsmitglieder.

Ihren Bericht zum 120. DÄT schloss die BÄK-Vizepräsidentin mit dem Hinweis, dass auch die Novelle der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) weiter voranschreitet. "Die BÄK wurde beauftragt, unter den konsentierten und festgehaltenen Bedingungen die GOÄ-Novelle auszuverhandeln und dem Bundesgesundheitsministerium zu übergeben", informierte Dr. Wenker. Die ärztlichen Verbände sowie die wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften würden weiterhin intensiv beteiligt.

Abschließend erfolgte durch die Kammerpräsidentin noch eine berufspolitische Bewertung der aktuellen Entwicklung im Klinischen Krebsregister Niedersachsen. "Der Landesvorstand der ÄKN teilt uneingeschränkt die Auffassung von Ministerin Cornelia Rundt, dass das Patientenwohl und die bestmögliche Versorgung von an Krebs erkrankten Menschen höchsten Stellenwert haben. Hierzu bedarf es klarer und effektiver Rahmenbedingungen zur weiteren Verbesserung der Qualität der Krebsbehandlung", verdeutlichte Dr. Wenker. Eine Voraussetzung hierfür sei eine hohe Meldequote der an Krebs erkrankten Patienten durch die behandelnden Ärzte im neu aufzubauenden klinischen Krebsregister. Dies müsse einheitliche Meldewege, einheitliche Strukturen und einheitliche Ansprechpartner in beiden Krebsregistern - dem bisher schon existierenden epidemiologischen sowie dem neuen klinischen Krebsregister - beinhalten. "Das bedeutet konkret, dass die Prozesshoheit in einer Hand liegen muss - und in diesem Fall kann das aufgrund der Daseinsvorsorge nur die Hand des Landes Niedersachsen sein", stellt Dr. Wenker klar. Der Landesvorstand der Ärztekammer bleibe auch zukünftig mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung im Dialog mit dem Ziel, sowohl die Rechte und Interessen der betroffenen Patienten als auch die Anforderungen der Ärzteschaft zu berücksichtigen.

Verfasser/in:
Stephanie Aue
Pressestelle der ÄKN




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