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nä 06/2017
aktualisiert am: 15.05.2017

 

  Honorar & Verträge

Weniger ist mehr

Neuer Behandlungsvertrag für rheumatische Erkrankungen mit der AOKN soll Arzneimittelkosten bei Rheumapatienten senken und leitliniengerechte Therapie fördern. Einsparungen werden reinvestiert


 


Für die wirtschaftliche und effizente Behandlung der rheumatoiden Arthritis haben die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, die AOKN sowie der Berufsverband der Rheumatologen in Niedersachsen e. V. einen neuen Versorgungsvertrag unterzeichnet. Er soll eine auf den individuellen Krankheisverlauf abgestimmte, qualitätsgesicherte und leitliniengerechte Arzneimitteltherapie gewährleisten, die die Lebensqualität der Patienten erhöhen, zugleich die pharmakologischen Ressourcen wirtschaftlicher einsetzen soll.

Ziele des neuen Vertrags sind
- die Einhaltung eines vereinbarten Ausgabenvolumens für Arzneimittel;
- die Umsetzung evidenzbasierter Medizin;
- die Stärkung der Basistherapie.

Im Kern geht es um die Deeskalation der medikamentösen Therapie von einer Biological- oder Biosimilarmedikation zu einer anderen Therapie oder um die Beibehaltung einer Basistherapie. Sie soll zu Einsparungen im Arzneimittelbereich führen.

Der Vertrag sieht eine zusätzliche Vergütung für den daraus erwachsenden erhöhten Behandlungsaufwand vor. Sie beläuft sich auf 80 Euro pro Deeskalations- oder Therapiefall im 1. Behandlungsquartal, 50 Euro pro Deeskalations- oder Therapiefall im 2. Behandlungsquartal sowie 20 Euro pro Fall in den darauffolgenden Quartalen. Die maximale Anzahl der Patienten ist auf 40 pro Quartal festgelegt worden. Für einen Patienten können maximal vier aufeinanderfolgende Behandlungsquartale abgerechnet werden. Die Anerkennung setzt voraus, dass dem Patienten in den jeweiligen Quartalen kein Biological oder Biosimilar verordnet wurde.

Innovativ ist der Vertrag auch in einem weiteren Punkt: Die erwarteten Einsparungen durch den Vertrag sollen in eine Verbesserung der rheumatologischen Versorgung reinvestiert werden. Sie werden über eine begleitende Evaluation der Abrechnungsdaten ermittelt. Ausschlaggebend dafür ist der prozentuale Anteil der Biological- oder Biosimilar-Patienten an der Gesamtheit der behandelten Rheumapatienten. Diese Quote ist in den Jahren 2013 bis 2016 von 20.38 Prozent auf zuletzt 23,70 Prozent gestiegen. Hier zielt der Vertrag auf eine Umkehr der Entwicklung: Als Zielwerte werden jährliche Absenkungen der Biological- oder Biosimilar-Quoten bis auf 18 Prozent im Jahr 2019 festgelegt. Reinvestitionen der Einsparungen erfolgen, sofern diese Quoten unterschritten werden. Die Vertragspartner haben sich dann über die Art und Weise der Weiterentwicklung des Vertrags zu einigen.

Abrechnungsberechtigt sind Fachärzte für Innere Medizin und Rheumatologie bzw. fachärztliche Internisten mit der Schwerpunktbezeichnung Rheumatologie mit Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung nach § 95 SGB V durch die KVN, auch Gemeinschaften dieser Ärzte, angestellte Ärzte und ermächtigte Fachärzte für Innere Medizin und Rheumatologie, soweit der Ermächtigungsumfang eine vollständige Aufgabenerfüllung nach diesem Vertrag ermöglicht.

Verfasser/in:

KVN




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