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nä 05/2017
aktualisiert am: 15.05.2017

 

  Editorial

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht


 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,
nur etwa jeder vierte Bundesbürger hat sich konkret mit den wichtigen Fragen zur Selbstbestimmung bei schwerer Krankheit befasst und eine Patientenverfügung sowie eine Vorsorgevollmacht unterzeichnet. Sicher, wer denkt schon gern an einen plötzlichen Unfall oder ans eigene Sterben? Daran, ob und gegebenenfalls welche lebenserhaltenden Maßnahmen ergriffen werden sollen, wenn man selbst nicht mehr darüber bestimmen kann. Jeder sollte hier für sich in Ruhe Vorsorge treffen. Damit wird auch den engsten Vertrauten und uns Ärzten eine große Last von der Schulter genommen und ermöglicht, dass medizinische Maßnahmen und Entscheidungen immer im Sinne des jeweiligen Patienten getroffen werden können.

Auf Basis neuer rechtlicher Rahmenbedingungen bietet die Ärztekammer Niedersachsen ab sofort aktualisierte Muster für Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht an. Wir empfehlen, dass jeder Erklärung ein Beratungsgespräch mit der Ärztin oder dem Arzt des Vertrauens vorausgegangen sein sollte. Das soll für alle Beteiligten die Gewissheit schaffen, dass die betroffene Person beim Abfassen der Erklärung die medizinischen Möglichkeiten kannte und sich über die Konsequenzen der eigenen Entscheidung im Klaren war.

Eine Kopie der Patientenverfügung sollte auch stets bei der Ärztin oder dem Arzt des Vertrauens hinterlegt sein. Dieser kann Auskunftsperson sein, falls Unklarheiten über den Willen des Patienten oder die Reichweite der Verfügung bestehen. Jeder von uns kann zu jeder Zeit in eine Situation geraten, in welcher er nicht mehr selbst über die weitere medizinische Behandlung oder aber über den Abbruch einer lebenserhaltenden Therapie beziehungsweise über die Beendigung einer Behandlung entscheiden kann. Auch wir Ärzte sollten für uns und für unsere Familien Sorge dafür tragen und entsprechende Dokumente hinterlegen.

Eine kompetente Beratung ist nicht in fünf Minuten zu leisten. Aber die neuen Dokumente geben eine effiziente Unterstützung für die ärztliche Praxis. Besonders wichtig ist es, neben der Patientenverfügung eine Vorsorgevollmacht auszustellen. Dieses vermeidet die gerichtliche Anordnung einer Betreuung.

Wir wünschen auch unserer jetzt aktualisierten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht eine gute Akzeptanz und Verbreitung in der Bevölkerung.

Zu diesem Thema steht auf www.aekn.de ein Netcast zum Ansehen bereit, auf den Sie interessierte Patienten gern hinweisen können.

Mit kollegialen Grüßen

Dr. med. Martina Wenker
Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen
Vizepräsidentin der Bundesärztekammer

Marion Charlotte Renneberg
Vizepräsidentin der Ärztekammer Niedersachsen

Verfasser/in:
Dr. med. Martina Wenker
Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen
Kreiskrankenhaus Diekholzen, Am Bahnberg 5, 31199 Diekholzen

Marion Charlotte Renneberg
Allgemeinärztin
Eichstraße 5, 31241 Ilsede



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